Samstag, 24. März 2012

Redenschwinger

Mit Joachim Gauck hat der demokratistische Bund - aka Deutschland - einen neuen und netten Redenschwinger, wie die Welt hier berichtet. Mein Kommentar hierzu an dieser Stelle, man weiß ja nie wie und warum das an vor Ort untergehen kann:

"So what? Der real-existierende Demokratismus hat einen neuen Prediger. Die Permanentbedrohung und Permanentbeleidigung jedes ehrlichen und freiheitsliebenden Bürgers durch die "demokratisch-legitimierten" Parlamente, Bürokratien und Institutionen bleibt bestehen. Die "BRD" mag ein bißchen weniger schlimm und technisch ein bißchen freier gewesen sein als die "DDR" es war: Allzugroß ist der systemische Unterschied nicht. Man vergleiche nur einmal die Verfassung und die Gesetze. Gaucks Versuch einen neuen Popanz aufzubauen klingt toll, kann aber im Realitycheck nicht bestehen."

Montag, 12. März 2012

Privates Staatsmonopoly der Minimalstaatler

Es ist die eine Sache, über Demokratie und den Rechtsstaat zu streiten, die andere ist es, sich die krausen Theorien der Minimalstaatler reinzuziehen. In der Regel sind dies Neoliberale oder Christdemokraten, die im wesentlichen folgende staatliche Subventionen befürworten und mindestens energisch propagieren, meist jedoch "staatlich"-gewalttätig durchzusetzen trachten:
  • Staatlich subventionierte und (irgendwie ausnahmsweis notwendig) staatlich-gewaltsam organisierte Durchsetzung von "privatrechtlichen" Verträgen nach eben ihrer Lesart.
  • Staatlich organisierte Verteidigung vor außernationalen Feinden aka Bundeswehr und ähnlicher Figuren, weil privat ist da doch irgendwie nicht so richtig.
  • (Asoziale) Wettbewerbserzwingung durch staatliches Kartellrecht (Kartellunrecht), damit (nicht nur, aber eben auch) die FDP-Staatsbeamten billiger einkaufen können.
Ansonsten wettern Minimalstaatler vehement gegen Monopole, ganz anders als Linke und Rechte gewöhnlich solche freiweg von der Leber propagieren. Nur "ihre", die liberalen minimalstaatlichen Monopole: Die sind ganz toll. Da wirken angeblich auf einmal nicht mehr die wissenschaftlich, praxeologisch und empirisch erkannten negativen Topoi der Monopole. Da ist man dann ganz staatsmännisch. Halt! Auch hier minimal: staatsmännleinlich.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Michael Klonovskys deutsche Spitzengenetik

Der unsägliche Michael Klonovsky läßt wieder hochgestochenen Unsinn vom Stapel:

"Die Frage, inwieweit Intelligenz erblich sei, beantwortet trefflich die Bayreuther Familie Wagner; speziell der Progress von der Niederschrift der „Meistersinger“ durch den Uropa bis hin zur Inszenierung derselben durch die Urenkelin."*

Das muß ja leicht umkippen. Daß hier auch nachgeburtliche familiäre Bildungskontinuität wirksam sein könnte (und gewesen sein wird), ist wohl von seinem betonverfestigten Weltbild aus gedanklich nicht erreichbar. Es sei nur einmal daran erinnert, daß über 90 % der heutigen Intelligenzija von Bauern und Handwerkern abstammen. Aber wer auch diese Tatsache ignorieren möchte, dem seien Zweifel an der eigenen Intelligenz bescheinigt, da er nicht erkennt, daß Intelligenz ein willkürlicher Begriff ist und als solcher bereits an Vorurteilen gemessen wird.

Konservative bewahren auch viele wertvolle Dinge. Das ist keine Frage der Intelligenz. Sonst wären nicht so viele dumme Fehlurteile dabei. Und so ist mancher sich konservativ Wähnende ist einfach nur ein Sturkopf, der tumb beharrt ohne jede intelligente Nachdenklichkeit. Vordenken erwarten wir hier ohnehin nicht.

*Gefunden heute als Zitat des Tages auf ef-online angesichts des lesenswerten Artikels von Roland Woldag dort.

Samstag, 28. Januar 2012

Frankreich: François Hollande

Der Möchtegern-Führer der Franzosen im Westen Europas meint:


"Die Seele Frankreichs ist die Gleichheit."


Und als echter Nationalsozialist jakobinischer Prägung ist er natürlich tolerant und trachtet allein danach, nur das Ungleiche zu beseitigen.

Montag, 23. Januar 2012

NRW Ladenschluß

Wie ich die Überschrift tippe, denke ich mir, daß die regierenden Parteietatisten in NRW es wohl am liebsten ganz wortgetreu so hätten: Schluß mit Läden und rein in die sozialdemokratische Warenzuteilung. Ist nur so ein Gedanke. Ich habe ja auch längere Zeit in NRW gelebt und verfolge die Debatte um die geplanten alten neuen papiergesetzlichen und staatlich-gewaltbewehrten Beschränkungen der Ladenöffnungszeiten.
Und die PolitikverführerInnen haben es wirklich leicht: Da werfen sie dem Volk einen Brocken hin und schon fangen die ganzen Sozialdressierten und Zwangsbeschulten wie die pawlowschen Hunde an, zu überlegen und sich zu fetzen, WIE das "am besten" geregelt sein "sollte". Anstatt sich überhaupt erst mal zu fragen, OB das überhaupt allgemeinverbindlich geregelt gehört. Unser guter Kant, er würde die Welt nicht mehr verstehen. Daß nur Gesetz sein kann, was für alle gelten muß - dies ist längst komplett umgedreht: Man glaubt, wenn man nur alle gleich zwingt, könne man das schon Gesetz nennen. Da hocken sie dann also wieder, die ganzen Demokraten und Sozialisten und debattieren, wie Alle ihrer Meinung nach zu leben haben. Es ist furchtbar und geht an einer einfachen Tatsache vorbei: Die Leute können - jeder für sich - selbst überlegen, wann sie arbeiten und wann sie einkaufen wollen - oder aus welchen Gründen auch immer sie einkaufen oder arbeiten müssen.
Wann lernt es "das Volk" endlich, die Leute in Ruhe zu lassen?

Freitag, 20. Januar 2012

Überspannte Urheberrechte und korrekte Verwertungsrechte

Auf heise online wird das neue höchstrichterliche Urteil in den USA zum als rechtmäßig angesehenen Verfall der Gemeinfreiheit von Autorenwerken diskutiert. Meinen Beitrag zu dieser Debatte stelle ich auch einmal - leicht redaktionell überarbeitet - hier ein:

Mir ist ohnehin unklar, wie man als Urheberrecht mehr erkennen kann als das Recht des Urhebers, als Urheber auch genannt zu werden. Und das sollte keinesfalls nach 50, 70 oder 100 Jahren obsolet sein.

Etwas anderes sind die Verwertungsrechte (Copyright & Co.). Die kann der Urheber - und insoweit spreche ich sie ihm selbstverständlich zu - ganz normal vertraglich regeln. Da greift das Privatrecht, insbesondere das Vertragsrecht. So braucht sich kein Staat mit einem vermeintlichen lex specialis einzumischen. Eine Autorenperson überlegt sich halt, unter welchen Bedingungen er seine Prosa, seine Daten, Bilder oder sonstigen Informationen herausgibt. Und daran hat sich dann auch jeder Vertragspartner zu halten, wie bei jedem anderen Vertrag auch.

Daß dies ein rechtes Verständnis der (gar nicht so besonderen) Rechtsmaterie ist, zeigt auch, daß damit Public Domain Public Domain bleiben kann. Und weiters bleibt völlig problemlos die fundamentale Meinungsfreiheit gewahrt. Denn ich muß, soweit ich mich nicht vertraglich anders gebunden habe, immer das Recht haben, zu sagen, daß Larry Schlotter (oder eine beliebige andere Person) gesagt hat, daß irgendetwas irgendwie sei.

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Sonntag, 15. Januar 2012

Werte und Gesellschaft

Einen interessanten Artikel fand ich hier: Welt online
Dilettantismus hat natürlich auch etwas Demokratisches und Egalitäres und ist von daher sicher durchaus zeitgemäß. Die tiefere Ursache dürfte allerdings in den ökonomischen Verhältnissen - besser: in den fiskalischen Verhältnissen - zu finden sein: Wo die Arbeit eines Profis durch Steuern und Abgaben in nie gekannter Höhe künstlich krass verteuert ist, macht man's selber. Es geht oft gar nicht mehr anders. Der Erfolg von OBI & Co. ist nicht nur der Neigung des Deutschen zur Tüftlerei geschuldet, sondern viel mehr dem Umstand, daß selbst ein Handwerker fünf Stunden arbeiten muß, um sich die Arbeit eines anderen Handwerkers leisten zu können. Dies ist fatal und behindert die professionelle Arbeitsteilung.  Es verunmöglicht auch die ansonsten wirksamen komparativen Vorteile, die normalerweise - ohne die Existenz von Steuern und Staatsabgaben - eine Angleichung der Einkommen ökonomisch gesetzmäßig verursacht (Ricardo). Und so schaffen Steuern und Staatsabgaben nicht nur Dilettantismus, sondern auch die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich. Das muß ja nun wirklich nicht sein.
Kommentiert werden darf hier.